Evaluationsprojekt zum Thema:

Erwartungen junger Drogen- und Mehrfachabhängiger an die Suchtselbsthilfe


Studie zum Projekt erschienen...

Bei der im September 2019 erschienenen Studie handelt es sich um eine Befragung von mehrfachabhängigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die eine Therapie in niedersächsischen Fachkliniken, Ambulanzen, Adaptions- und Beratungsstellen absolviert haben. Im Zentrum der Untersuchung stand die Frage, wie sich die Sucht-selbsthilfe in Zukunft nach innen und außen präsentieren muss, um für die junge Generation der Suchtkranken interessant zu sein. Eine solche Analyse erschien wich-tig, da junge Betroffene in solchen Gruppen immer noch unterrepräsentiert sind. 

Einbezogen wurden dabei auch ihre Vorbehalte und Bedenken, die einer möglichen Gruppenmitgliedschaft entgegenstehen. Die Ergebnisse der Studie machen überaus deutlich, dass ein großer Teil der Befragten ein reges Interesse an Suchtselbsthilfe-gruppen hat und für eine aktive Teilnahme am Gruppengeschehen offen ist. Dies setzt jedoch voraus, dass sich die Suchtselbsthilfe stärker für die Belange junger Mehrfachabhängiger öffnet und hinsichtlich ihrer Integration und ihres Verbleibs neue Wege beschreitet.


Das Projekt fand in enger Kooperation mit den in der Niedersächsischen Lan-desstelle für Suchfragen (NLS) organisierten Selbsthilfeverbänden statt. Finanziert wurde es von der AOK Niedersachsen, Abteilung Gesundheitsma-nagement und Prävention.

 


Burkhard Kastenbutt/Heinz-Werner Müller (2019): Junge Mehrfach-abhängige und Suchtselbsthilfe. Eine Studie zu Herausforderungen für Selbsthilfegruppen und Verbände. Norderstedt. ISBN-10: 3749467005


Sozialwissenschaftlich orientierte Suchtforschung 


Im Rahmen unserer Forschungstätigkeit beschäftigen wird uns u. a. mit den Ursachen des Konsums psychoaktiver Substanzen und der Suchtgenese im Jugend- und Erwachsenenalter. Im Fokus einer sol-chen sozialwissenschaftlich orientierten Suchtforschung steht das in-terdependente Zusammenspiel gesellschaftlicher, sozialer und psy-chischer Faktoren. Eine solche Sichtweise erscheint wichtig, da der Drogenkonsum und die damit einhergehenden Erfahrungen nicht ei-nem pharmakologisch induzierten Ablaufmuster folgen, sondern im Wesentlichen kulturell geprägt und von  gesellschaftlichen Steue-rungsmechanismen beeinflusst sind.  


Zwar existiert in der modernen Suchtforschung eine vage Vorstellung von der Multidimensionalitat des Drogenkonsumverhaltens, die bis-her aber noch als zu grob gerastert zu charakterisieren ist. Einzube-ziehen in eine solche Analyse sind makrostrukturell bestimmte Le-bens- und Existenzbedingungen, die sich im Kontext subjektiver Wirk-lichkeit in den Individuen reproduzieren. Süchtig psychische Abwei-chung stellt sich in diesem Zusammenhang als eine mögliche Form harmonisierender und resignativer Varianten im Kontext psychoso-zialer Abwehrmechanismen dar. Daran gilt es in der heutigen Sucht-forschung anzusetzen, wenn durch Suchtprävention auf Dauer bes-sere und nachhaltigere Ergebnisse erzielt werden sollen.  

 

Bundesweites Forschungsprojekt:

Wir sind weiterhin in Vorbereitung eines bundesweiten Forschungs-projekts auf der Basis der Ergebnisse unserer Evaluationsstudie aus dem Jahr 2016. Die Befragung soll in 16 Bundesländern durchgeführt werden, darin eingeschlossen auch die Befragung von mitbetroffenen Frauen und Männern. 

Leistungen des ISG

Im Rahmen quantitativer Sozialforschung (Erhebung von Daten) sind wir auf folgende Methoden spezialisiert: schriftliche Befragung, Beob-achtung, Experiment und  Inhaltsanalyse. Aber auch im Bereich der qualitativen Sozialforschung sind wir aktiv, wenn es z. B. um die Durchführung von Interviews oder ähnlichen Methoden geht.


Ein besonderer Schwerpunkt unserer wissenschaftlichen Arbeit bezieht sich auf die Evaluationsforschung. Evaluation ist eine interdis-ziplinär angelegte wissenschaftliche Dienstleistung, die auf empirische Daten gestützt ist und ausgewiesene Kriterien systematisch beschreibt und bewertet. Dabei geht es konkret um die Bewertung bzw. Begut-achtung von Projekten, Prozessen und Organisationseinheiten.


Im Rahmen der Evaluationsforschung werden Daten methodisch er-hoben und systematisch dokumentiert, um die Untersuchung, das Vorgehen und die Ergebnisse nachvollziehbar und überprüfbar zu machen. Zur Erfassung von externen Daten gehören u. a. Befragung, Beobachtung, Monitoring, Test, Fragebogen, und Materialanalyse. Evaluation muss unserer Meinung nach Gütekriterien erfüllen, wozu Nützlichkeit und Objektivität, aber auch Reliabilität, Validität, Öko-nomie und Normierung gehören.


Wir sind offen für kleinere und größere Forschungsaufträge und bli-cken auf reichhaltige Erfahrungen im Bereich der quantitativen und qualitativen Forschung zurück. Dies bezieht sich vor allem auf empirische Untersuchungen im Gesundheits- und Sozialbereich (Gesundheitssystemgestaltung, Gesundheitsförderung und Prävention, Pflege, Selbsthilfe, Sucht und Suchtprävention). 


Wenn Sie uns kontaktieren wollen, so erreichen Sie uns unter:

Tel.: 0541 804191 oder E-Mail: healtheducation@t-online.de  

 

Kontakt:
Dr. Burkhard Kastenbutt

healtheducation@t-online.de

 

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